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Die Geschichte: Situation vor der Gemeinde-Gründung |
Pfarrer der Gnadenkirche Namensliste Gründung der Gemeinde Geschichten + Details Glocken-Geschichte |
Gottesdienstbesuch, Taufen, Hochzeiten,
Konfirmandenunterricht und Beerdigungen waren nur in den evangelischen Gemeinden
(Kürten-)Delling und (Köln-)Mülheim möglich.
Das bedeutete jedes Mal drei Stunden Fußweg.
Oder ein Pfarrer aus Mülheim musste anreisen.
Die Bitte um Gemeinde-Gründung
1770 schrieben "ohngefähr
16 Haushaltungen und etlicher 70 Seelen" an den Preußenkönig Friedrich den Großen,
um erneut um "öffentliche Religionsausübung mit allen Pfarrechten" und "Erbauung
einer reformierten Kirche nebst Beruf und Unterhaltung der Prediger".zu
bitten.
Unter ihnen die Papierfabrikanten Schnabel und Fues.
Die Gemeinde-Gründung
Der protestantische Preußenkönig fühlte sich als Schirmherr der
Evangelischen im katholischen Herzogtum Berg.
Aber nur ein politischer Kuhhandel machte
die Gründung der Ev. Kirchengemeinde Bergisch Gladbach möglich:
Weil die Preußen eine katholische Gemeinde am Niederrhein zugelassen hatten,
willigte der Herzog von Berg in die Gründung der protestantischen Gemeinde an
der Strunde ein.
Die Gründung der Ev. Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
war mit der Urkunde aus "Duhseldorff" vom 29.
August 1775 perfekt. Ausgefertigt von Landesherr Herzog Carl-Theodor
von Berg, dem Kurfürsten von Bayern.
Die Urkunde sicherte den "Reformirten zu Gladbach und Tombach" das
"publicum religionis exercitium" zu. Und das Recht zum Kirchenbau -
"jedoch ohne Thurn und Glocken".
Die Frage der Glocken
Fürs Glockengeläut reichte das Verständnis der umwohnenden Katholiken
nicht.
Der Tiefpunkt der ökumenischen Beziehungen
war damals erreicht. Zum Beispiel war das Klappern der Papiermühlen (deren
Eigentümer Protestanten waren) den Katholiken bei ihren
Fronleichnamsprozessionen immer ein Ärgernis. Vor allem am Kreuz am Paasweg.
Dies hatte 1750 sogar zu einem Rechtsstreit
mit gewaltigen Emotionen geführt.
Die "Turn und Glokken Freiheit" erhielt die Gemeinde erst im Mai 1787
durch landesherrliches Dekret.
1788 wurde der Glockenturm, 1789 das Geläut geweiht.
Der Gemeinde-Start
Die 1775 neu gegründete Kirchengemeinde Bergisch Gladbach gab sich einen
provisorischen Vorstand: unter anderem mit den Papierfabrikanten Schnabel und
Fues sowie dem Bensberger Amtsjäger Kaesmann.
Die ersten kirchlichen Versammlungen fanden im Saal der
"Gohrischen Papier-Mühle" statt.
Die Pfarrer kamen zunächst aus Delling,
Oberkassel und Elberfeld. Aber auch Schulmeister
lasen oft eine Predigt vor und leiteten den Gesang der Gemeinde. Wer einen
Gottesdienst hielt, bekam an seinen Wohnort einen Boten mit Reitpferd geschickt.
Genauso sorgte die Gemeinde für die Heimreise.
Erst 1778 ist mit Johann Peter Bornemann der erste eigene Pfarrer der
Gnadenkirche verbrieft.
Weitere Pfarrer: Namensliste
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Der Kirchbau Der Kirchbau begann bereits 1776. 1777 wurde die Gnadenkirche eingeweiht. Nur großzügige Spenden machten den Bau möglich. Unter anderem auch vom Magistrat der Freien Reichsstadt Bremen, von Reformierten Schweizer Kantonen und von Freunden in Kopenhagen. |
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