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Delegation der Gnadenkirche reiste nach Beit Jala/Palästina:
Leben in Beit Jala

Prolog: Anreise
Infos + Fotos

Festakt in Beit Jala
Fotos vom Festakt   
Bürgermeister-Rede  

Leben in Beit Jala  
Fotos + Text

Personen in Beit Jala  
Fotos + Geschichten  

Reise-Bericht  
Text  

   

Beit Jala grenzt an Bethlehem und liegt zehn Kilometer von Jerusalem entfernt in der „Westbank“, die seit über 40 Jahren von Israel besetzt und kontrolliert wird. Die Städtepartnerschaft mit Bergisch Gladbach wurde am 9. Januar 2011 auf deutschem Boden beurkundet und am 12. März 2011 auf palästinensischem.

15 000 Menschen leben in der Stadt, 60 Prozent davon sind Christen. Sie leben einträchtig mit den übrigen Religionen zusammen. Die Abrahamsherberge ist ein interreligiöser Treffpunkt mit Gästehaus für Christen, Moslems und Juden.
Es gibt acht Schulen, Internate, Universität, Musikakademie, Priesterseminar, Einrichtungen für Behinderte, Seniorenhaus...

    

Bekannt sind das köstliche Olivenöl aus Beit Jala, traditionelle Stickereien und Steinbrüche.

Durch die hohen Mauern, die Israel auf palästinensischem Gebiet baut, hat die Stadt inzwischen ein Drittel ihrer Fläche verloren, etliche Olivenhaine lassen sich nicht mehr erreichen und bebauen.

Themen auf dieser Seite:
Alltagsleben in Beit Jala   
Gebäude in Beit Jala   
Vegetation in Beit Jala  
Die Mauer in Beit Jala und ihr Durchschreiten am Checkpoint   


Das Leben in Beit Jala ist in mancher
Hinsicht anders - und dann wieder
geradeso wie hier bei uns.
   
Alltagsleben in Beit Jala
Die Menschen genießen es,
zu sitzen.
Fortbewegungsmittel ist das Auto,
aber auch die eigenen Füße,
der Bus
und wie zu Jesu Zeiten:
der Esel
  
Die in Deutschland als "Arafat-Tuch"
bekannten Tücher werden allenthalben
getragen.
Im Gegensatz zu Deutschland
jedoch nur von Männern!

Grillecke an der Straße.

   
Die Kinder spielen wie hier:
Nachlaufen, Verstecken
oder Fußball.
   
Gebäude in Beit Jala
Das Rathaus (links)
ist Sitz des Bürgermeisters
Raji Zeidan.
Es liegt an einem kleinen,
mit Blumen bepflanzten Platz
im Stadtzentrum.
   
Die Kirche St. Nikolaus (links bei Nacht)
hat einen seltsamen Glockenschlag,
seitdem ein israelischer Soldat
während der Intifada
auf den Kirchturm schoss.
Die steile Treppe zur Kirche hinauf
ist für Ältere mühsam.
   
Die Abrahamsherberge
(im Foto bei Tag und bei Nacht)
ist ein Zentrum für Christen,
Juden und Moslems.
Dort lässt sich auch angenehm
übernachten.
   

Laden in Beit Jala
   

Szene-Lokal "Taboo" mit Laser und Shisha.
Dort tönte auch Lena Meyer-Landruts "Satellite"
aus den Lautsprechern.
   
Vegetation in Beit Jala
In der Stadt wachsen Bäume
mit Zitronen und Orangen in den Gärten.
Auch riesige Kakteen
und Palmen säumen die Straßen.

Außerdem umgeben viele Olivenhaine
die Stadt, die bekannt ist
für ihr gutes Olivenöl.
Allerdings können viele Olivenhaine
nicht mehr richtig bestellt werden,
da die von den Israelis gebauten Mauern
sie abtrennen.

  
   
Die Mauer und ihr Durchschreiten am Checkpoint
Etwa 9 Meter hoch sind die Mauern,
die die Israelis unermüdlich auf palästinensischem
Gebiet errichten. Was von ihnen als
"Schutzwall" deklariert wird, sieht de facto
seltsam aus:
Die Mauer verläuft nicht gerade, sondern bildet
Haken und Schleifen (re.), Dörfer werden eingekreist,
Stadtteile zerschnitten (li.). Plötzlich taucht sie vor
dem Autofahrer irgendwo in der Stadt auf.
   
   
Die Palästinenser bemalen die Mauer
an vielen Stellen.
Mal provokant, mal humorvoll,
mal bissig.
In die Betonmauer sind Wachtürme
integriert.
   

Skurril: Wäsche vor der Mauer.
   

Man muss die Mauer anfassen,
sagen Kenner, um ihre Kälte zu begreifen.
  
Checkpoint: Durchgang durch die Mauer in Beit Jala Richtung Jerusalem
Taxi-Stand am Checkpoint:
Hier ist morgens um 4 Uhr die Hölle los,
warten zahllose Menschen darauf, zu Fuß auf das
israelische Gebiet zu dürfen. Möglich ist das nur
mit israelischer Lizenz und nach dem Passieren
der Sicherheitskontrollen.
Sogar der Bürgermeister braucht für seine
Pflichttermine auf israelischem Boden  jedes Mal
eine Erlaubnis!
  
   
Links:
der Eingang des Mauer-Übergangs.
Die Fußgänger betreten eine Art Laufgang
aus Metallzäunen,
der auch oben verschlossen ist (rechts).

Fotografieren
ist im Bereich des Mauer-Durchgangs
streng verboten.
Eine Filmkamera wurde auf ihr Bildmaterial
hin gecheckt.

  
Der Laufgang zieht sich eine Weile an der
Außenseite der Mauer entlang (links und rechts).
Sodann wird ein Durchlass durchschritten.
Es folgen Drehkreuz-Türen, die eine Rückkehr
unmöglich machen. In Schlange wird darauf
gewartet, den Detektor (wie beim Flughafen)
zu durchschreiten, der auf Metall reagiert.
Über den Köpfen der Wartenden sind Laufgänge,
auf denen zeitweise Leute mit Maschinenpistolen
patrouillieren.
Jacken, Gürtel, Taschen werden separat gecheckt
(wie beim Flughafen).
Schilder "Keep this terminal clean" (rechts)
wirken zweideutig...
   

Aufatmen in der Gruppe:
Der Checkpoint liegt hinter uns. Obwohl man nichts
zu verbergen hatte, wirkte er einschüchternd,
beklemmend und erniedrigend.
  
Und immer mehr Mauer entsteht.
An vielen Stellen sind neue Trassen
planiert, zum Teil liegen die
Betonsockel schon parat (links).

Am Restaurant Everest in Beit Jala
haben die Israelis die nächste Mauer
fast fertiggestellt (rechts). Das Tor fehlt noch.

  
Da wo keine Mauer ist, gibt es andere Sperren:
Diese roten Schilder am Straßenrand
bedeuten für Israelis: Stop!
Hinter dem Schild beginnt die Zone A,
das palästinensische Autonomiegebiet.
Diese Zone dürfen Israelis nach israelischen (!)
Gesetz nicht betreten.
Den Palästinensern wär's egal.
Text des Schildes:
"Zone A voraus. Betreten für Israelis
verboten nach israelischem Gesetz".

Zur Kenntnis:
Die Israelis haben die palästinensischen Gebiete
"zielscheibenmäßig" in Zone A, B, C eingeteilt.
Die israelischen Gesetze besagen:
Palästinenser dürfen sich innerhalb der drei Zonen
frei bewegen. Beim Verlassen der drei Zonen
(also beim Betreten israelischen Gebiets)
brauchen sie jedes Mal eine israelische Lizenz.
Israelis dürfen Zone C jederzeit frei betreten,
für Zone B benötigen sie eine israelische Lizenz,
Zone A ist für sie verboten zu betreten.

   
Fotos/Copyright: Ute Glaser
  
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